Web-Design – einst und heute

Wed designQuelle: Pixabay

Erinnern Sie sich noch an Ihren ersten Kontakt mit dem Internet? Je nachdem, wann das war, dürften die Erinnerungen sehr unterschiedlich ausfallen. Ältere Semester wissen: Es gab eine Zeit vor Facebook und Co. Myspace war einst das große Ding, bevor es zur Geisterstadt wurde. Aber nicht nur die Frage nach beliebten Social Networks hat sich geändert (beziehungsweise die Antwort darauf) – auch der Look der Websites hat eine Evolution durchlaufen. Vieles, was einst als hip und trendy galt, wirkt heute peinlich. Eine Entwicklung, die alle Branchen betrifft. So zeigt auch der Gang ins Online Casino heute ein moderne und aufgeräumte Optik, die zum Verweilen einlädt, um den Jackpot zu knacken!

Alles nur Trend?

Es liegt in der menschlichen Natur, Dinge im Rückblick zu romantisieren. Was gestern belächelt wurde, kann morgen schon wieder in sein. Dann spricht man vom Retro-Look und entdeckt alte Qualitäten wieder. In puncto Website-Design ist dies eher unwahrscheinlich. Möchte wirklich jemand zurück zu den überladenen, quietschbunten Homepages der frühen Jahre? Mit Sicherheit nicht. Umgekehrt gibt es bis heute Websites, die sich gegen Designfortschritte wehren, wie Asterix und Obelix gegen die Römer.

Chaos in den 90ern

Die 90´s stellten gewissermaßen den Kindergarten der Homepage-Gestaltung dar. Die Welt war voller Möglichkeiten, Webpages zu gestalten. Also wurden sie alle genutzt. Wer damals eine Website besuchte, wurde regelrecht mit Reizen überflutet. GIFs überfluteten den Bildschirm und knallige Farben waren in. Am besten alle gleichzeitig! Schaltflächen waren auffällig gestaltet und oft auf maximale Größe getrimmt. Dazu eine Invasion an Bildern, Hintergrundbildern und … noch mehr Bildern!

Auch die Menüführung stand unter dem Motto „mehr ist einfach besser“. So knallten dem Besucher regelrechte Armeen an Buttons entgegen, die jede nur denkbare Information versprachen. Wer so programmierte, hatte nie gelernt, sein Zimmer aufzuräumen! Dennoch war diese Art von Design damals in. Dazu zählte auch die Nutzung von Schriftarten von Comic Sans, die Besucher förmlich anschrien. Wer nicht programmieren konnte, zog in virtuellen Städten wie Geocities ein, die ebenfalls nicht mit Zurückhaltung in der Optik glänzten. Man kann über die 90er sagen, was man will, das Jahrzehnt des dezenten Auftritts waren sie sicherlich nicht!

Die Zeit nach der Jahrtausendwende

Das Jahr 2000 markierte eine Wende in der Computerwelt. 1999 hatten viele noch den Weltuntergang prophezeit. Grund: Die Angst, dass Computer nicht der Datumsumstellung zurechtkommen würden. Manche verkauften ihr gesamtes Hab und Gut, und zogen sich auf einen Berg zurück, um von dort den „Weltuntergang zu genießen“. Was für ein Schock, als die Welt am Neujahrsmorgen noch da war!

In der Welt des Web-Designs machten sich erste Anzeichen von Ordnung breit. Auch wenn Werbeanzeigen auf Facebook vor allem von der Angst bestimmt waren, übersehen zu werden. Aus heutiger Sicht wirkt dies aufdringlich und nervig. Offen gestanden war das damals auch so. Immerhin wirkten die Designs schon deutlich aufgeräumter. Ein weiterer Trend war die Orientierung am Kunden, die manchmal seltsame Blüten hervorbrachte. So musste man oft die Frage beantworten, ob man die Website als Flash- oder HTML-Version betrachten wollte, bevor man einen Blick darauf werfen konnte. Jüngere Semester hatten damit kein Problem. Ältere Baujahre waren mit der Frage gelegentlich überfordert …

Ein weiteres Merkmal dieser Ära war der „Mann im Bildschirm“: Wer damals eine Website betrachten wollte, wurde oft durch eine Person herausgerissen, die ohne Vorwarnung ins Bild marschierte, um den User anzusprechen. „Wussten Sie schon, dass wir diese Woche Produkt XY im Angebot haben?“ Grundsätzlich eine gute Idee, aber wer regelmäßig eine Seite besuchte, fand es bald nicht mehr lustig.

Dies galt auch für Musik, die automatisch startete, wenn man eine Seite besuchte. Auch dies war grundsätzlich eine gute Idee. Allerdings nicht, wenn man von der Arbeit aus im Web surfte. In dem Fall wussten alle Kollegen im Büro, dass man nicht arbeitete. Ein Trend, den heute wohl keiner mehr vermisst.

Die Designvielfalt der 90er beschränkte sich in den meisten Fällen auf individuelle Cursor-Darstellungen. Je nachdem, welche Seite man besuchte, bewegte man plötzlich eine Maus, ein Auto oder andere Dinge über den Schirm. Nicht zuletzt gab es regelmäßig Probleme, wenn man den „falschen Browser“ verwendete. Meldungen wie „Diese Seite ist für den Microsoft Internet Explorer optimiert“ zählten zum Alltag.

Smartphone screenQuelle: Pixabay

Website-Design ab 2010

Das aktuelle Jahrzehnt könnte als Ära der Vereinfachung bezeichnet werden. Webseiten funktionieren nun auf allen Browsern. Die Frage, ob man Google Chrome, Apples Safari oder Firefox benutzt, hängt vom persönlichen Geschmack (und dem Rechner) ab. Mittlerweile findet ein   großer Teil des Surfverhaltens über mobile Geräte statt. „Responsive Design“ ist zum Schlagwort geworden. Es bedeutet, dass das Design der Website daran orientiert, ob der Besucher mit einem klassischen Rechner oder einem Mobilgerät auf die Seite geht. Damit sind die Zeiten nerviger Darstellungen auf Smartphones Vergangenheit. Zumindest auf den meisten Seiten …

Ebenfalls neu ist der Wert, der sozialen Netzwerken zugewiesen wird. In diesem Jahrzehnt muss man nicht mehr auf „Links“ klicken, um die Facebook-Seite des Seitenbetreibers zu finden. Stattdessen zählen Buttons für Instagram, Youtube und eben Facebook zum Alltag. Dabei geht es nicht nur darum, Besucher auf die jeweilige Seite zu leiten. Stattdessen können Beiträge gelesen und geliked werden. Auch der Log-In-Vorgang wurde erleichtert. Wer einen Facebook-Account besitzt, kann sich in vielen Fällen mit dessen Zugangsdaten auf Websites einloggen. Eigener Account gefällig? E-Mail-Adresse eingeben, Passwort anlegen oder einfach die Facebook-Daten nutzen. Die massive Einbindung sozialer Netzwerke hat bereits Datenschützer auf den Plan gerufen. Das Resultat: Immer umfangreichere Datenschutzerklärungen.

Die wilde Optik der frühen Jahre ist einer eleganten Simplizität gewichen. Die Auswahlmenüs gestalten sich nun sehr übersichtlich und wilde Farbspektakel sind Vergangenheit. Stattdessen orientiert sich der Look zahlloser Webseiten nun an der von Blogger vertrauten Optik. Mit dem Resultat, dass viele Websites an WordPress-Blogs erinnern. Womit sich die Frage stellt, was passieren wird, wenn der WordPress-Look nicht mehr angesagt ist. Aber dies ist eine Frage, die nur das nächste Jahrzehnt beantworten kann. Fest steht: Es bleibt spannend!