Die großen Favoriten für den Oscar 2019

Oscars-Trophäe
Quelle: themaven.net

Der Oscar ist bekanntlich der wichtigste Filmpreis, den Hollywood zu vergeben hat. Am 24. Februar 2019 findet zum mittlerweile 91. Mal die Verleihung der begehrten Trophäen statt. Schon Ende Januar hat die Academy of Motion Picture Arts and Sciences ihre Nominierungen in den 24 Kategorien bekanntgegeben, in denen sie Oscars vergibt. Und während die Anwärter auf den Preis voller Ungeduld auf die Verleihung warten, können Film-Fans auf die Vergabe der Auszeichnungen wetten.

Wettquoten für Favoriten und Außenseiter

Zahlreiche Anbieter haben auch Oscar-Wetten in ihrem Portfolio. Sie ermöglichen es, in den einzelnen Kategorien darauf zu tippen, welche nominierte Person, welcher Song oder welcher Film mit einem Goldjungen ausgezeichnet wird. Die Quoten, die die Wettanbieter ausgeben, sind zugleich ein guter Indikator dafür, wer die besten Chancen auf einen Oscar hat und wer eher als Außenseiter gehandelt wird. Generell gilt: Je niedriger die Quote ist, desto wahrscheinlicher ist ein Erfolg. Gleichzeitig ist der gewonnene Geldbetrag kleiner, je mehr im Vorfeld mit dem Sieg zu rechnen war. Ein Außenseitertipp mag zwar riskant sein, bringt aber mehr Geld, wenn der Außenseiter tatsächlich gewinnt. Das Prinzip ist in etwa mit einem Roulette-Spiel im Online Casino vergleichbar: Wer auf Rot oder Schwarz setzt, hat eine Chance von 50 Prozent auf einen Gewinn. Allerdings verdoppelt er lediglich seinen Einsatz. Wer dagegen auf eine Zahl setzt, geht ein viel höheres Risiko ein, kann aber das 35-Fache seines Einsatzes gewinnen.

„Roma“: Favorit für Bester Film

In der Kategorie Bester Film sind in diesem Jahr acht Produktionen nominiert. Für die Wettanbieter ist dabei „Roma“ der eindeutige Favorit auf einen Oscar. Der Streifen des Regisseurs Alfonso Cuarón erzählt von der Haushälterin Cleo, die im Mexiko der 1970er-Jahre lebt. Sie und die Familie, für die sie arbeitet, erleben die Gewalt auf den Straßen hautnah. Für den Mexikaner Cuarón ist der Film besonders wichtig, weil er autobiografische Züge hat. Sollte „Roma“ gewinnen, wäre dies übrigens der erste Oscar für den besten Film, den der Streaming-Dienst Netflix erhalten würde. Bei der Verleihung der Golden Globes Anfang Januar 2019 gewann „Roma“ bereits den Preis als bester fremdsprachiger Film. Auch der Streifen, dem die Wettanbieter die zweitbesten Chancen auf einen Oscar einräumen, hat in diesem Jahr schon einen Golden Globe abgeräumt: „Green Book – Eine besondere Freundschaft“ holte die Auszeichnung als bester Film – Komödie/Musical.

Malek oder Bale?

In der Kategorie Bester Hauptdarsteller sehen die Wettanbieter ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen zwei Nominierten voraus. Leicht favorisiert ist derzeit Rami Malek vor Christian Bale. Malek verkörpert Freddy Mercury, den legendären Frontmann der Band Queen, im Film „Bohemian Rhapsody“. Auch Bale spielt in „Vice – Der zweite Mann“ eine tatsächlich existierende Person, nämlich den ehemaligen US-Vizepräsidenten Dick Cheney. Für diese Rolle nahm er 20 Kilogramm zu. Sollte Bale den Oscar gewinnen, wäre dies bereits sein zweiter: Schon 2011 wurde er für seine Rolle in „The Fighter“ mit einem Goldjungen ausgezeichnet. Sowohl Malek als auch Bale erhielten Anfang Januar 2019 einen Golden Globe: Malek als Bester Hauptdarsteller – Drama und Bale als Bester Hauptdarsteller – Komödie/Musical. Angesichts des Duells der beiden Favoriten werden Bradley Cooper, der in „A Star is Born“ zu sehen war, eher Außenseiterchancen eingeräumt.

Die Oscars
Quelle: evensi.com

Glenn Close wird gewinnen!

In der Kategorie Beste Hauptdarstellerin gibt es für die Wettanbieter bei den diesjährigen Oscars eine klare Favoritin: Glenn Close, die für ihre Rolle in „Die Frau des Nobelpreisträgers“ ausgezeichnet werden könnte. Schon bei den Golden Globes bekam sie den Preis in der Drama-Kategorie. In ihrer langen Karriere ist die inzwischen 71-jährige Schauspielerin nun schon zum siebten Mal für einen Oscar nominiert. Die Trophäe durfte sie bislang jedoch noch nie mit nach Hause nehmen. Hinter Close räumen die Wettanbieter den beiden Nominierten Olivia Colman und Lady Gaga in etwa gleiche Chancen ein. Colman, die in „The Favourite – Intrigen und Irrsinn“ mitspielte, gewann bereits einen Golden Globe als beste Hauptdarstellerin in einer Komödie oder einem Musical. Lady Gaga, die vor allem als Sängerin bekannt ist, hatte in „A Star is Born“ ihre erste Hauptrolle in einem Film.

Beste Regie

Wie sein Film „Roma“ geht auch der Regisseur Alfonso Cuarón als vermeintlich sicherer Sieger in die Oscar-Verleihung. Wer auf den Mexikaner wettet, macht keinen allzu großen Gewinn. Schon bei den Golden Globes 2019 wurde er als bester Regisseur ausgezeichnet. Cuarón, der auch das Drehbuch für „Roma“ verfasst und die Kamera führte, hat schon zwei Oscars in seinem Trophäenschrank stehen. Im Jahr 2014 erhielt er beide für die Regie und den Schnitt von „Gravity“. Auf dem zweiten Rang in der Kategorie Beste Regie liegt bei den Wettanbietern Spike Lee. Der inszenierte den Streifen „BlacKkKlansman“, in dem sich ein afroamerikanischer Polizist in den Ku-Klux-Klan einschleust. Die ebenfalls nominierten Regisseure Adam McKay („Vice – Der zweite Mann“), Paweł Pawlikowski („Cold War – Der Breitengrad der Liebe“) und Giorgos Lanthimos („The Favourite – Intrigen und Irrsinn“) haben angesichts ihrer hohen Wettquoten wohl eher keine Chance auf einen Oscar.

Deutsche Chancen sind klein

Alle paar Jahre wird eine deutsche Produktion für einen Oscar in der Kategorie Bester ausländischer Film nominiert. In diesem Jahr ist es wieder soweit: Der Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck kann sich mit seinem Streifen „Werk ohne Autor“ Hoffnungen auf den Preis machen. Einen Goldjungen hat Henckel von Donnersmarck bereits gewonnen, nämlich 2007 für „Das Leben der Anderen“. Geht es nach den Wettanbietern, wird sich der Erfolg in diesem Jahr nicht wiederholen. Der Film „Werk ohne Autor“, der sich lose an der Biografie des deutschen Künstlers Gerhard Richter orientiert, hat unter den fünf nominierten Filmen die schlechtesten Quoten. Favorisiert ist auch in dieser Kategorie der mexikanische Film „Roma“, der auf Spanisch und der indigenen Sprache Mixtekisch gedreht wurde. Auf Rang zwei der Liste liegt der polnische Beitrag „Cold War – Der Breitengrad der Liebe“. Ähnlich geringe Chancen auf einen Oscar wie „Werk ohne Autor“ haben der japanische Film „Shoplifters – Familienbande“ und die libanesische Produktion „Capernaum – Stadt der Hoffnung“.