Deutschland – erfasst von „Wrestlemania“?

WWE Stars in Deutschland
Quelle: Auburnpub.com

Wenn es um Unterhaltung aus dem Bereich Sport geht, ist in Deutschland sicherlich noch der Fußball die unangefochtene Nummer eins. Über die Jahre hat sich allerdings ein Konkurrent an „König Fußball“ herangearbeitet, der mehr und mehr Menschen in seinen Bann zieht: das Wrestling. Die vor allem in den USA und Mexiko sehr beliebten Show-Kämpfe schwappten insbesondere in den 90er Jahren über den großen Teich, zu Zeiten der berühmten „Attitude Era“. In diesen Tagen veränderte sich das Wrestling maßgeblich – und die WWE (World Wrestling Entertainment) konnte den großen Widersacher, die WCW, endgültig in die Schranken verweisen.

Zu dieser Zeit waren das Wrestling allgemein und die WWE im Besonderen noch viel stärker auf die USA ausgerichtet, doch nachdem die WCW keine Rolle mehr spielte, konzentrierte sich die WWE stärker auf den internationalen Markt. Das führte dazu, dass Wrestling in Deutschland deutlich an Beliebtheit gewann – und dass die ersten Deutschen in der WWE antraten.

Vom Fußballer zum Wrestler

Einer der bekanntesten Deutschen, die bei einem Kampf der WWE antraten, ist sicherlich Tim Wiese. Der Bergisch-Gladbacher trat erstmals 2016 bei einem Event in München an und konnte sich als Teil eines Tag-Teams gleich einen Sieg sichern. Zu diesem Zeitpunkt war Wiese allerdings schon einer breiten Öffentlichkeit bekannt, der er hatte zuvor etwa sieben Jahre bei Werder Bremen in der Profimannschaft Fußball gespielt. 2009 gewann er mit der Mannschaft sogar den DFB-Pokal, mit der deutschen Nationalmannschaft nahm er 2010 an der Welt- und 2012 an der Europameisterschaft teil.

Wiese nutze seine Bekanntheit, um nach seiner Karriere als Profifußballer bei der WWE Fuß zu fassen, was ihm mit dem Kampf 2016 auch gelang. Um weiter antreten zu können, hätte er allerdings mindestens drei Jahre in den USA leben müssen, sodass er seine Karriere direkt wieder beenden musste. Trotz dieses kurzen Auftritts konnte Wiese aber direkt eine beträchtliche Zahl der deutschen Wrestling-Fans für sich gewinnen.

Wie die Dresdner Axt im Walde

Bereits ein Jahr vor Wiese hatte es noch ein anderer Deutscher zur WWE geschafft: Axel Tischer alias Alexander Wolfe. Da der Dresdner allerdings keine Karriere im Fußball vorweisen konnte, blieb ihm größere mediale Aufmerksamkeit zunächst verwehrt.

Tischer hatte vor der WWE für verschiedene unabhängige Ligen gekämpft und sich unter dem Ringnamen „Axeman“ schon eine Fangemeinde aufgebaut. Er wusste jedoch, dass er es ohne die Berichterstattung der Medien, wie im Fall Wiese, schwer haben würde, bei der WWE ganz nach oben zu kommen. Tischer steckte daher sämtliche Energie in seine Karriere – statt sich am Strand oder im Online-Casino an den Spielautomaten zu vergnügen, trainierte er praktisch täglich und arbeitete zugleich an seinem Image. Das brachte ihm vor allem in Deutschland viele Fans ein, zu denen sich ab dem 19. August 2017 auch immer mehr Fans aus anderen Ländern gesellten. An diesem Tag gewann Tischer nämlich mit seinem Tag-Team-Partner Eric Young die „NXT Tag Team Championship“. Damit war er der erste Deutsche überhaupt, der sich einen WWE-Titel sichern konnte. Natürlich durfte in diesem Kampf auch einer seiner Signature Moves nicht fehlen, der „German Suplex“.

Durch den gewonnenen Kampf stieg Tischers Popularität insbesondere in Deutschland enorm an, aber auch international wurde der Dresdner immer bekannter und beliebter. Dazu dürfte auch beigetragen haben, dass Tischer als Charakter in „WWE2k18“ auftaucht, dem bislang letzten Ableger der erfolgreichen Wrestling-Spielreihe.

Durch den Erfolg bei der NXT Tag Team Championship stieg Tischer zudem in den Hauptkader der WWE auf, für die er ab dem 20. Mai 2018 erstmals bei der Deutschland-Tour der WWE im Ring stehen wird.