Technik übersetzt live

Word Lens
Quelle: Wikimedia

Sprache ist eine der wichtigsten kulturellen Errungenschaften der Menschheit. Doch so sehr die gemeinsame Sprache die Mitglieder eines Volkes miteinander verbindet, so sehr verhindern unterschiedliche Sprachen, dass Menschen aus verschiedenen Regionen sich unterhalten können. Deshalb gibt es schon seit einiger Zeit Bemühungen, technische Geräte zu konstruieren, die in Echtzeit von einer Sprache in die andere übersetzen. Diese würden den Urlaub in einem fremdsprachigen Land ebenso vereinfachen wie geschäftliche Gespräche. Außerdem könnte man sich im Internet mit zahllosen Menschen austauschen – etwa wenn man gegen sie im Online Casino spielt.

Die Übersetzungs-Kopfhörer von Waverly Labs

Im Roman „Per Anhalter durch die Galaxis“ von Douglas Adams existiert ein ikonisches Tier, das eine barrierefreie Konversation zwischen unterschiedlichen Alien-Rassen ermöglicht: der Babelfisch. Diesen können sich die Figuren in Adams’ Fiktion ins Ohr stecken und hören dann in Echtzeit die Übersetzung davon, was das anderssprachige Gegenüber sagt. Das New Yorker Unternehmen Waverly Labs hat Ende des vergangenen Jahres Kopfhörer auf den Markt gebracht, die das gleiche Prinzip verfolgen. Wie ein Hörgerät verfügen die Ohrstücke über eingebaute Mikrofone, die die in der Umgebung gesprochene Sprache aufzeichnen. Dank einer Bluetooth-Verbindung wird der fremdsprachige Text an das Smartphone des Trägers geschickt – genauer gesagt: an die App von Waverly Labs. Von dieser aus erreicht der Text die Cloud-basierte Übersetzungsmaschine des Unternehmens.

In Windeseile wird dort eine Übersetzung erstellt und ans Smartphone geschickt. Von dort aus wandert sie per Bluetooth auf die Kopfhörer und ist für den Träger zu hören. Der gesamte Prozess geht so schnell, dass es möglich ist, eine Konversation mit fremdsprachigen Menschen zu führen. Man kann sogar einen der Kopfhörer an seinen Gesprächspartner weitergeben, damit Waverly Labs beide Teile der Konversation übersetzt. Das Gerät ist in der Lage, zwischen 15 Sprachen und 42 Dialekten zu übersetzen. Das Interesse an den Kopfhörern war enorm, als es vom Hersteller angekündigt wurde. Auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo gelang es Waverly Labs im Jahr 2016, mehr als vier Millionen US-Dollar einzusammeln. Anfang 2017 wurde dann verkündet, dass die Kopfhörer in Serie gehen, was eine weitere Welle der Euphorie unter Technik-Fans auslöste. Fast 25.000 Vorbestellungen gingen beim Unternehmen ein, der Wert der Orders überstieg bald die Grenze von fünf Millionen Dollar. Die Kopfhörer, die übrigens auf den Namen Pilot hören, sind in den drei Farbtönen Rot, Schwarz und Weiß zu haben und kosten laut Hersteller 299 Dollar.

Pilot von Waverly Labs
Quelle: AngelList

Google Translate übersetzt live

Wie in vielen anderen Bereichen ist Google auch Vorreiter auf dem Gebiet der Online-Übersetzungen. Das Tool Google Translate wurde bereits im April 2006 eingeführt, war damals allerdings lediglich in der Lage, englische Sprache in arabische und umgekehrt zu übersetzen. Mittlerweile umfasst der Dienst mehr als 100 Sprachen, kann ganze Webseiten in andere Sprachen übertragen und funktioniert sogar mit gesprochener Sprache. Dazu sagt man in das Mikrofon seines Smartphones die Wörter, die man übersetzt haben möchte, der Service erkennt sie und schreibt sie ins Display. Zugleich übersetzt er das Gesagte in die gewünschte Fremdsprache und zeigt das Ergebnis ebenfalls auf dem Bildschirm an. Die Sprachausgabe von Google macht es schließlich hörbar. Auf diese Weise können sich zwei Personen, die unterschiedliche Sprachen sprechen, miteinander unterhalten.

Straßenschilder verstehen mit dem Smartphone

Durch die Übernahme des Start-ups Word Lens im Mai 2014 ist Google Translate nun außerdem in der Lage, Schrift in Echtzeit zu erfassen und in eine andere Sprache zu übersetzen. Dazu richtet man einfach die Kamera seines Smartphones auf eine Wortgruppe, einen Satz oder einen Text, und die mobile App von Google Translate zeigt auf dem Display die Übersetzung an. Noch nicht einmal eine Verbindung zum Internet ist nötig, um diese Funktion zu nutzen. So ist es möglich, in einem fremden Land mit der Hilfe seines Mobiltelefons Straßenschilder und andere geschriebene Informationen zu verstehen. Selbst bei Sprachen mit Schriftzeichen, etwa bei Japanisch oder Chinesisch, funktioniert das System.