Seltsame Süchte

Klopapier Süchte
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Wenn es um das Thema Sucht geht, kommen einem sofort gesundheitsgefährdende Substanzen in den Sinn. So muss man etwa gleich an Alkohol, Drogen und Nikotin denken, von denen Süchtige nur schwer loskommen. Es gibt aber zahlreiche weitere Dinge, die eine Sucht auslösen können. Man denke beispielsweise ans Essen oder ans Shopping. Auch Glücksspiele haben das Potenzial, süchtig zu machen, zum Beispiel Online Roulette. Deshalb verfügt so gut wie jedes Online Casino über Mechanismen, die suchtgefährdeten Personen bestmöglich helfen sollen. Neben diesen gängigen Süchten gibt es aber auch einige, die alles andere als normal sind.

Klopapier und Asche

Von 2010 bis 2015 lief im US-Fernsehen die Dokumentationsserie „My Strange Addiction“. In rund 50 Episoden zeigte sie Menschen, die eine seltsame Sucht entwickelt hatten. So war in der ersten Folge eine Dame namens Kesha zu sehen, die jeden Tag eine halbe Rolle Toilettenpapier aß. In einer anderen Episode kam eine Frau vor, die seit 20 Jahren die Füllung von Kissen verspeist. Ein reichlich morbider Fall ist der von Casie, deren Ehemann im Jahr 2011 plötzlich verstorben war. Weil sie den Verlust nicht verschmerzen konnte, begann Casie, die Urne mit seiner Asche immerzu bei sich zu haben.

Sie ging mit ihr ins Kino und zum Einkaufen, selbst zum Abendessen bereitete sie zwei Mahlzeiten zu – eine für sich selbst und eine für die Urne. Eines Tages geriet etwas Asche auf ihre Finger, Casie leckte sie ab. Das war das Erweckungserlebnis für ihre Sucht, denn ab diesem Zeitpunkt steckte die Witwe regelmäßig einen Finger in die Asche und aß sie. Innerhalb von zwei Monaten verspeiste sie ein halbes Kilogramm der verbrannten Überreste ihres Mannes. Als sie gegenüber ihren Freunden verkündete, dass sie sich das Leben nehmen würde, wenn die übrigen zwei Kilogramm Asche aufgebraucht wären, griffen diese ein und ließen sie in eine psychiatrische Klinik einweisen.

Eigenurin gegen Kopfschmerzen

Eigenurin gegen Kopfschmerzen
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Dass man eine Sucht ausprägt, hat immer einen bestimmten Grund. Manche Menschen brauchen das Gefühl, das sie mit Rauschmitteln empfinden. Andere gewöhnen sich in jungen Jahren an etwas, das sie im Laufe des weiteren Lebens fortsetzen. Und manche glauben, dass ein bestimmtes Verhalten die eigene Gesundheit fördert. Bei der US-Amerikanerin Carrie Steele, die auch in einer Folge von „My Strange Addiction“ zu sehen war, war Letzteres der Fall.

Bei ihr wurde 2006 ein ‎Aneurysma im Gehirn festgestellt, das zwei Jahre lang starke Kopfschmerzen verursachte. Dann hatte sie einen Traum, in dem sie ihren eigenen Urin trank, und begann, dies im richtigen Leben zu tun. Nach einem Monat, in dem sie jeden Tag ein Glas Urin trank, fühlte sie sich viel gesünder. Die Medikamente gegen ihr Aneurysma setzte sie daraufhin ab und führte stattdessen die Urintherapie fort. Allerdings blieb es nicht bei einem Glas pro Tag. Mittlerweile sind es fünf, außerdem nutzt sie den Urin auch für andere Dinge.

Sie putzt sich damit die Zähne, wäscht sich die Haare und gibt ihn ins Badewasser. Eigenen Angaben zufolge hat sie keine Kopfschmerzen mehr, seitdem sie Urin trinkt, allerdings lässt es sich nicht feststellen, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Rückgang der Schmerzen und ihrer Sucht nach Urin gibt. Bei einer Sucht muss es aber nicht immer um das Konsumieren gehen. Eine junge Dame namens Lacey etwa trägt ständig den Kopf einer Puppe mit sich herum, an dem sie regelmäßig riecht. Der erwachsene Stanley lebt wie ein Baby, indem er eine Windel trägt, aus einer Nuckelflasche trinkt und in einem riesigen Babybett schläft.