Influencer – die Taktgeber für Social Media

die Stars der sozialen Netzwerke
Quelle: Anygator.com

Wer bestimmt eigentlich, was gerade in Sachen Mode in Deutschland angesagt ist? Wer findet die Themen, die am nächsten Tag Gesprächsstoff Nummer eins im Büro sind? Wer kam als Erster auf die Idee, dass Online-Roulette die perfekte Unterhaltung nach einem langen Arbeitstag war? Kurzum, wer sind die Influencer in Deutschland?

Schon die Auswahl der Fragen zeigt, wie schwierig es ist, die Leute zu identifizieren, die tatsächlich das Geschehen im Land maßgeblich beeinflussen. Denn ein Influencer aus dem Bereich Mode hat in der Regel kaum Einfluss über diesen Bereich hinaus. Aber wie lässt er sich dann mit einem Fußball-Star vergleichen, der vielleicht mehr Follower hat, dafür allerdings hauptsächlich aus seinem Leben berichtet und nur selten versucht, seinen Einfluss zu nutzen?

Eine eindeutige Möglichkeit gibt es da nicht, was nicht zuletzt auch am etwas schwammigen Begriff „Influencer“ liegt. Denn ein Influencer ist eine Person, die aufgrund ihrer Präsenz in den sozialen Netzwerken für Werbezwecke in Frage kommt. Das trifft im Prinzip auf jeden zu, der viele Follower oder Abonnenten hat – aber nicht jede dieser Personen ist auch wirklich ein Influencer.

Fußball ist mein Leben

Betrachtet man zunächst einmal nur die Anzahl der Follower beziehungsweise Abonnenten, zeichnet sich in Deutschland ein ganz klares Bild ab: Auch in den sozialen Netzwerken dominiert König Fußball. Spitzenreiter mit jeweils über 15 Millionen Followern sind die beiden Nationalspieler Mesut Özil und Toni Kroos. Auf den Rängen drei bis fünf landen mit jeweils rund 8 Millionen Follower die Fußballprofis Mario Götze, Manuel Neuer und Bastian Schweinsteiger.

Zusammen bringen es die fünf Spieler also auf rund 55 Millionen Follower, man könnte sie also durchaus als Influencer bezeichnen – ihr Einfluss in den sozialen Netzwerken wird aber praktisch nicht fürs Marketing genutzt. Das liegt natürlich daran, dass die Fünf in andere Werbeverträge eingebunden sind, sodass ihr Einfluss bei Instagram & Co. weitgehend ungenutzt bleibt.

Die wichtigsten Themen: Mode und Kosmetik

Ganz anders ist das bei den folgenden Influencern, die ebenfalls zahlreiche Follower hinter sich geschart haben und die ihren Einfluss im Netz Unternehmen für Marketing-Zwecke zur Verfügung stellen.

Platz eins mit jeweils rund fünf Millionen YouTube- und Instagram-Abonnenten belegt ganz klar Bianca Heinicke, die mit ihrem YouTube-Kanal Bibis Beauty Palace bekannt geworden ist. Neben Videos zu Mode und Make-up bietet sie inzwischen auch sehr viele Lifestyle-Informationen und hat zudem versucht, mit einem eigenen Musikvideo, einer eigenen Kosmetiklinie und einem „Bibi-Smartphone“, das von der Telekom vertrieben wurde, in anderen Bereichen Fuß zu fassen.

Bibi dicht auf den Fersen ist Dagmara Ochmanczyk alias Dagi Bee. Auf Instagram folgen ihr ebenfalls rund fünf Millionen Menschen, auf YouTube bringt sie es dagegen „nur“ auf gut dreieinhalb Abonnenten. Dagi Bee ist, genau wie Bibi, vor allem durch Videos zu Kosmetik bekannt geworden, sie erweiterte ihr Repertoire aber sehr schnell und konnte inzwischen sogar eine erste Filmrolle ergattern.

Influencer … und dann?

Ruhm währt nicht ewig, das ist auch den meisten Influencern klar. Ihr Erfolg hängt vor allem davon ab, dass sie einen Draht zu ihren Followern haben, dass sie Stimmungen erkennen und diese für sich nutzen. Irgendwann wird allein der Altersunterschied zum größtenteils jungen Publikum in den sozialen Netzwerken dafür sorgen, dass ihr Stern sinkt.

Dementsprechend arbeiten die meisten Influencer daran, sich ein zweites Standbein aufzubauen, etwa mit einer eigenen Modelinie, als Musiker oder Schauspieler. Da ist es natürlich hilfreich, dass sie bereits eine große Zahl an Fans hinter sich wissen – aber ob der Erfolg auch abseits der sozialen Netzwerke von Dauer sein wird, kann nur die Zeit zeigen.