Drohnen können Leben retten

Drohne mit Kamera
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Drohnen haben in den vergangenen Jahren einen regelrechten Hype erfahren. Die kleinen Fluggeräte können vom Boden aus gesteuert und mit einer Kamera ausgestattet werden. Das macht sie vor allem für Filmemacher und YouTuber interessant, es sind aber auch zahlreiche weitere Nutzungsmöglichkeiten denkbar. So könnte man sich etwa vorstellen, dass die fliegenden Maschinen im Casino eingesetzt werden, um Betrügern das Handwerk zu legen – was ja im Online Casino nicht nötig ist. Drohnen sind aber auch in der Lage, buchstäblich Leben zu retten. Eines der Einsatzgebiete, für die sie sich besonders eignen, ist das Meer.

Eine Drohne rettet zwei Schwimmer

Im Januar kam es möglicherweise zum ersten Einsatz einer Drohne, mit der Menschenleben gerettet wurden. In Lennox Head, einer Siedlung im Süden von Sydney, gingen zwei Jungs im Alter von 17 und 15 Jahren im Ozean schwimmen. Etwa einen Kilometer vom Ufer entfernt wurden sie von hohen Wellen und einer starken Strömung überrascht, die verhinderten, dass sie wieder zurückschwimmen konnten. Auch die Rettungsschwimmer schafften es nicht, die beiden Jugendlichen schwimmend oder mit einem Boot zu erreichen. Glücklicherweise hatte der australische Bundesstaat New South Wales erst wenige Tage zuvor ein Pilotprojekt gestartet. Den Rettungsschwimmern war eine Drohne zur Verfügung gestellt worden, an der eine aufblasbare Schwimmhilfe angebracht werden kann. Hat das Fluggerät die Person erreicht, die in Seenot geraten ist, kann die Schwimmhilfe per Knopfdruck abgeworfen werden. Und so geschah es auch bei den beiden jungen Männern in Lennox Head, die ohne den Einsatz der Drohne wohl ertrunken wären. Denn während die Drohne nicht einmal eine Minute benötigte, um den Kilometer bis zu den Jugendlichen zurückzulegen, hätte ein Rettungsschwimmer die sechsfache Zeit gebraucht – und das auch noch bei stiller See.

Aufklärung und Rettung

Das eindrucksvolle Beispiel zeigt, welche nützlichen Aufgaben eine Drohne in der Seenotrettung erfüllen kann. Zunächst ist sie sehr gut als mobile Beobachtungsposten nutzbar. Die Kamera, mit der sie ausgestattet ist, überträgt das Bild auf einen Bildschirm. Weil auch der Aufnahmewinkel der Kamera gelenkt werden kann, ist die Drohne in der Lage, ihren „Blick“ rundum schweifen zu lassen. Weil sie sehr flink unterwegs ist, erreicht sie den Ort, an dem sie benötigt wird, schneller als andere Fahrzeuge. Und weil Drohnen mittlerweile auch dafür ausgelegt sind, ein gewisses Gewicht zu transportieren, haben sie die Schwimmhilfe gleich an Bord.

Drohnen als Lebensretter

Nicht nur auf See sind Drohnen dafür geeignet, für das Retten von Menschenleben eingesetzt zu werden. Auch für das Gebirge sind sie wie gemacht. Auch dort kann es auf wenige Minuten ankommen, wenn beispielsweise ein Bergsteiger oder ein Wanderer in eine Notlage geraten ist. Wegen ihrer geringen Größe und ihrer Wendigkeit erreicht sie Regionen, die ein Hubschrauber eventuell nicht erreicht, außerdem ist sie viel schneller einsatzbereit als ein Helikopter. Hat die Drohne den möglicherweise verletzten und bewegungsunfähigen Menschen ausgemacht, dann kann sie ihre GPS-Koordinaten an das Rettungsteam schicken, das dann gezielt den Unfallort ansteuern kann. Auch im Dunkeln oder bei schwierigen Sichtverhältnissen ist diese Methode möglich, da die Drohne mit einer Kamera mit Nachtsichtfunktion ausgestattet werden kann.

Auch im „normalen Leben“ kann mit Drohnen verhindert werden, dass in Not geratene Menschen ernsthafter Gefahr ausgesetzt werden – sei es ein Alzheimer-Patient, der sich verlaufen hat, oder ein Wanderer, der nicht mehr den Weg aus dem Wald findet. Selbst bei Katastrophen, bei denen das Leben von vielen Menschen auf dem Spiel steht, können Drohnen unverzichtbare Dienste leisten. Man denke zum Beispiel an eine Situation, in der ein Haus eingestürzt ist und in den Trümmern nach Überlebenden gesucht werden muss. Das Entfernen der Bruchstücke würde eine Menge Zeit kosten, dennoch können die Helfer nicht sicher sein, ob sich darunter Überlebende befinden. Eine Drohne, die mit einer Infrarot-Kamera ausgestattet ist, könnte aus der Luft überprüfen, an welchen Stellen sich Menschen befinden. Anschließend könnte dort gezielt mit den Räumungsarbeiten begonnen werden. Auch in Gebieten, die von Erdbeben oder anderen Naturkatastrophen betroffen sind, sind Drohnen für wichtige Aufgaben geeignet. So können sie etwa Überlebende, die von der Außenwelt abgeschnitten sind, mit Lebensmitteln und Trinkwasser versorgen.