Die Mode von morgen

Die Mode von morgen
Quelle: highsnobiety.com

Der technologische Fortschritt macht letztlich vor nichts Halt. Ob Shopping im Internet, Online-Casinos oder Musik-Streaming, es gibt kaum etwas, das sich durch neue Technologien nicht grundlegend verändert hat – das gilt auch für die Mode. Hightech-Kleidung ist insbesondere im Bereich des Spitzensports schon seit längerer Zeit Gang und Gäbe – Schwimmanzüge mit Nanobeschichtung oder spezielle Hemden mit optimaler Luftzirkulation sorgen dafür, dass immer neue Höchstleistungen erreicht werden.

In den Alltag hält die Hightech-Mode allerdings erst nach und nach Einzug, trotzdem gibt es hier verschiedene Entwicklungen, die einen Ausblick auf die Zukunft ermöglichen.

adidas schreitet voran

Einer der Vorreiter in Sachen Hightech-Mode ist der deutsche Schuhhersteller adidas. Zu den Olympischen Spielen 2012 präsentierte das Unternehmen mit dem Futurecraft 3D seinen ersten Schuh aus dem 3D-Drucker. Zu diesem Zeitpunkt war die Produktion allerdings noch so aufwändig, dass nur einige der Athleten einen Futurecraft 3D erhielten. Fünf Jahre später sind die Fertigungsmethoden sehr viel ausgereifter, und so konnte adidas den Futurecraft 4D präsentieren, den Nachfolger des Futurecraft 3D. Auch dieser Schuh stammt aus dem 3D-Drucker, was faszinierende Möglichkeiten eröffnet. Derzeit wird der Futurecraft 4D zwar noch wie ein normaler Schuh nur als ein Standardmodell produziert, in Zukunft könnten Schuhe aus dem 3D-Drucker aber perfekt an die Füße des jeweiligen Käufers angepasst werden und so einen einmaligen Tragekomfort bieten.

adidas forscht aber nicht nur an neuen Fertigungsmethoden, sondern sucht auch nach alternativen Rohstoffen für die Produktion. So wurde zum Beispiel für den Tag des Meeres 2016 ein Schuh vorgestellt, der aus wiederverwerteten Kunststoffabfällen hergestellt wurde, die aus dem Meer stammen. adidas hat seitdem die Produktionskapazitäten deutlich erhöht und nutzt den Kunststoffabfall inzwischen auch für Spitzenprodukte wie etwa den Ultra Boost 3.0 oder den Ultra Boost Uncaged.

Unverwüstliches und Strahlendes aus Großbritannien

Unverwüstliches und Strahlendes aus Großbritannien
Quelle: highsnobiety.com

Der britische Hersteller Vollebak beschäftigt sich ebenfalls mit innovativen Materialien für Kleidung und Schuhe. So entwickelte das Unternehmen zum Beispiel den sogenannten „100-Year Hoodie“, einen Kapuzenpulli, der aus Kevlar gefertigt ist. Dieses Material wird normalerweise für ballistische Schutzwesten verwendet und ist daher ausgesprochen widerstandsfähig. Dass es diese Eigenschaften auch bei einem Pullover nicht verliert, haben die beiden Firmengründer Nick und Steve Tidball eindrucksvoll in einem Video demonstriert. In dem kurzen Film wird der Hoodie hinter einem Boot hergeschleift, mit einem Gasbrenner behandelt und mehrfach von einem Auto überfahren – bleibende Schäden trägt der Pullover allerdings nicht davon.

Die „Solar-Jacke“ von Vollebak ist zwar nicht ganz so robust wie der 100-Year Hoodie, dafür besitzt sie eine andere beeindruckende Eigenschaft: Sie leuchtet im Dunkeln. Das Material lädt sich durch Lichteinstrahlung auf und erstrahlt bei Dunkelheit dann für bis zu zwölf Stunden in einem kräftigen Grün, das im Straßenverkehr oder auf Bergtouren kaum zu übersehen ist. Das hat zum einen den Vorteil, dass der Träger nicht mit einer Lichtquelle angestrahlt werden muss, um gut sichtbar zu sein, wie das zum Beispiel bei Reflexionsstreifen der Fall ist. Zum anderen leuchtet die gesamte Jacke und nicht nur einzelne Streifen an den Armen oder am Rücken, sodass der Träger deutlich besser zu erkennen ist.

Alles im Griff – mit Project Jacquard

In eine gänzlich andere Richtung geht das „Project Jacquard“ von Google und Levi’s. Dabei handelt es sich um eine der bekannten Jeansjacken von Levi’s, die aber mit sogenannten „smart fibers“ ausgestattet ist, die wiederum mit einer zentralen Empfangseinheit verbunden sind. So ist es möglich, das Smartphone mit der Jacke zu verbinden und das Telefon dann mit Gesten und Bewegungen zu steuern. Laut Google und Levi’s sollen dabei nicht nur einfache Befehle wie das Pausieren der Musikwiedergabe möglich sein, sondern auch komplexere Eingaben wie etwa das Festlegen eines Navigationsziels.