Die 185. Auflage des Oktoberfests

Oktoberfest
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Das Oktoberfest gehört zu München wie der FC Bayern zur Bundesliga und der Roulettetisch und das Pokern zum Casino. Das ganze Jahr lang fiebert die Stadt dem Ereignis entgegen, das dann für zwei Wochen ihr Leben bestimmt. Bereits 1810 fand die erste Auflage auf der Theresienwiese statt. Mit dem traditionellen Fassanstich am 22. September wurde dieses Jahr das 185. Oktoberfest eingeläutet. Wie jedes Jahr trinken die Besucher ihr Bier aus Krügen, die speziell designt wurden, und wieder wird in den Medien über den aktuellen Preis einer Maß Bier berichtet.

Das Design der Bierkrüge

Das Oktoberfest ist mit einer Reihe von Traditionen verbunden. So ziehen zum Auftakt des Festes die Wirte auf die Theresienwiese, begleitet unter anderem vom Oberbürgermeister von München. Der sticht pünktlich um 12 Uhr im Festzelt Schottenhamel das erste Fass an und verkündet mit dem berühmten Ruf „O’zapft is!“, dass die Wiesn eröffnet sind. Zu einer liebgewonnenen Tradition hat es sich mit der Zeit auch entwickelt, dass die Bierkrüge jedes Jahr neu gestaltet werden. Damit fing die Stadt München im Jahr 1978 an. Durch das stets erneuerte Design können die Gäste jedes Jahr ein Souvenir kaufen, das sie an ihren Besuch erinnert.

Schon im Februar präsentiert München das Plakat für das nächste Oktoberfest, dessen Motiv dann auch auf dem Krug zu sehen ist. Im vergangenen Jahr zierten verschiedene typische Wiesn-Objekte den Krug, unter anderem waren ein Lebkuchenherz, ein Hut mit Gamsbart und das Riesenrad darauf zu sehen. Auch der diesjährige Krug zeigt das Riesenrad, am Himmel darüber ziehen Wolken in Form von Bierkrügen und anderen Gegenständen vorbei. Das Motiv stammt vom Grafikdesigner Dirk Lippmann aus Osnabrück. Der hat damit den Design-Wettbewerb gewonnen, den München seit 2017 jährlich ausschreibt. Dabei werden sämtliche eingereichten Designs im Internet veröffentlicht und zur Abstimmung freigegeben. Aus den 30 Motiven, die die meisten Stimmen erhalten haben, wählt eine Jury die besten drei.

Löwenbräu-Festhalle
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Die Bierpreise steigen

Neben dem Design der Krüge ist es jedes Jahr eine spannende Frage, wie sich der Preis für die Maß Bier verändert hat. Schon seit Jahren geht dieser permanent nach oben. Hat der Liter Bier auf dem Oktoberfest im Jahr 2008 noch zwischen 7,80 und 8,50 Euro gelegen, sind es in diesem Jahr zwischen 10,70 und 11,50 Euro. Trotzdem kaufen die rund sechs Millionen Besucher, die jedes Jahr auf die Wiesn strömen, das Bier in Mengen.

Etwa 6,6 Millionen Liter fließen in den zwei Wochen aus den Fässern, dazu wird fast eine halbe Million Brathähnchen verspeist. Insgesamt geben die Gäste rund eine halbe Milliarde Euro für Speisen und Getränke aus. Noch dazu lassen sie ihr Geld bei knapp 200 Schaustellerbetrieben. Der bekannteste ist wohl das 48 Meter hohe Riesenrad, von dem aus man einen sehr guten Blick über die Theresienwiese hat. Weitere beliebte Fahrgeschäfte sind die Turmrutschbahn Toboggan, das Rundkarussell Krinoline und der Olympia Looping, die weltweit größte mobile Achterbahn.

Bayern gleich Deutschland?

In vielen Teilen der Welt ist das Oktoberfest das erste, was den Menschen zum Thema Deutschland einfällt. Dafür spricht auch, dass in vielen Städten eine eigene Wiesn veranstaltet wird. So sind jedes Jahr rund drei Millionen Menschen auf dem Oktoberfest im chinesischen Qingdao. Vor allem Bayern freuen sich natürlich darüber, dass ihre Traditionen auf diese Weise in die Welt getragen werden. Menschen aus dem Rest von Deutschland empfinden es dagegen als zu stereotypisch, wenn ihr Heimatland auf das Oktoberfest reduziert wird. Schließlich hat es noch viel mehr kulturelle Errungenschaften zu bieten.