Der deutsche Reisepass ist nicht mehr der mächtigste

deutsche Reisepass
Quelle: Wikimedia

Wer sich in der Welt weitgehend frei bewegen will, braucht einen gültigen Reisepass. Ein solcher wird von jedem Staat der Erde unter bestimmten Bedingungen an seine Bürger vergeben. Doch obwohl das Reisedokument theoretisch immer die gleichen Rechte einräumt, gibt es je nach ausstellendem Land gewisse Unterschiede. So machen es mächtige Pässe möglich, in besonders viele Länder ohne Probleme einzureisen. Der deutsche Reisepass gilt als einer der mächtigsten der Welt, seinen Status als Nummer eins hat er jedoch zuletzt verloren.

Von eins auf zwei

Reisen gehört zu den liebsten Beschäftigungen vieler Menschen. Sei es, um Urlaub in den Tropen zu machen, eine neue Kultur kennenzulernen oder einfach etwas Verrücktes zu erleben – die zahlreichen Länder der Erde machen es möglich. Wer zum Beispiel keine Lust mehr hat, im Online Casino in Deutschland zu spielen und stattdessen das „echte Casino Feeling“ erleben will, bucht sich einfach einen Flug nach Las Vegas oder Macau. Auf eine solche Reise muss man allerdings einen gültigen Reisepass mitnehmen, da man sonst Schwierigkeiten bekommt, das jeweilige Land zu betreten. Die US-amerikanische Beraterfirma Henley & Partners erstellt seit 2006 einen Index, für den sie ermittelt, wie frei man sich mit den Reisepässen der verschiedenen Staaten in der Welt bewegen kann. Bis 2017 hieß diese Liste noch Visa Restrictions Index, 2018 wurde sie in Henley Passport Index umbenannt.

Die Basis für den Index bildet im Wesentlichen die Anzahl der Länder, die man mit einem bestimmten Reisepass ohne Visum bereisen kann oder in denen es keine Probleme bereitet, ein Visum zu erhalten. In der aktuellen Auflistung, die im Februar 2018 veröffentlicht wurde, liegt Deutschland auf dem zweiten Platz mit 179 Punkten. Einen Punkt mehr, also 180, weisen die Reisepässe aus Singapur und Japan auf, die damit an der Spitze des Rankings stehen. Das Zünglein an der Waage bildete Usbekistan, das im Februar 2018 den Bürgern einiger asiatischer Staaten eine Einreise ohne Visum ermöglichte. Die Reisepässe von Japan und Singapur haben damit den von Deutschland im Index überholt und vom ersten Platz verdrängt. Dort stand das deutsche Dokument von 2014 bis 2017 ununterbrochen. Im aktuellen Index weisen die Reisepässe von Schweden, Finnland, Dänemark, Italien, Spanien, Frankreich und Südkorea jeweils 178 Punkte auf und nehmen damit den dritten Platz ein. Darauf folgen unter anderem Österreich mit 177 und die USA mit 176 Ländern, in die die Einreise keine Probleme bereitet.

Am anderen Ende der Rangliste

Im aktuellen Index von Henley & Partners liegt der Reisepass von Afghanistan auf dem 105. und damit letzten Platz. In lediglich 24 Länder kann man damit reisen, ohne mit Schwierigkeiten rechnen zu müssen. Das bedeutet, dass afghanische Staatsbürger nur 12,1 Prozent der Welt bereisen können. Außerhalb der Top 100 der Rangliste befinden sich zudem der Irak (27 Länder, Platz 104), Syrien (28 Länder, Platz 103), Pakistan (30 Länder, Platz 102) und Somalia (32 Länder, Platz 101). Während europäische Staaten im Index von Henley & Partners stets hohe Platzierungen erreichen, gibt es auch unter ihnen Ausreißer. So erlaubt der Reisepass von Weißrussland die problemlose Einreise in nur 71 Länder, was den 68. Platz bedeutet. Die Dokumente von Albanien und Georgien ermöglichen Reisen in 100 Länder, im Index liegen die beiden europäischen Staaten damit auf Platz 54.

Wie Henley & Partners Reisepässe beurteilt

Als Grundlage für die Erstellung des Index verwendet Henley & Partners die Datenbank der International Air Transport Association (IATA), in der die relevanten Informationen verzeichnet sind. Zunächst schauen sich die Macher die grundsätzlichen Bedingungen an, unter denen man als Besitzer eines bestimmten Reisepasses in andere Länder einreisen kann. Dabei werden verschiedene Bedingungen als gegeben vorausgesetzt. So muss der Reisepass gültig und sein Inhaber volljährig sein, außerdem darf er nicht im Ausland ausgestellt worden sein. Der Aufenthalt im jeweiligen Land soll mindestens drei Tage lang dauern und einen touristischen oder geschäftlichen Charakter haben. Diplomatische Pässe wurden nicht in die Wertung aufgenommen, ebenso wie Länder, in denen Frauen nicht uneingeschränkt reisen dürfen.