Black-Mirror-Episoden werden zur Realität

Black-Mirror-Episoden werden zum Leben erweckt
Quelle: ivansorgente.com

Black Mirror ist ein dystopisches Sci-Fi-Drama auf Netflix, das eine massive Anhängerschaft hat. Während in vielen der Episoden besorgniserregende oder gar verstörende Nutzungsmöglichkeiten von Technologien in der Zukunft gezeigt werden, lassen sich viele von uns durch die Tatsache beruhigen, dass dies alles nur Fiktion ist…nun ja, jedenfalls bis jetzt.

Die Serie ist teilweise deshalb so eindrucksvoll, weil deren Szenarien sich in ein paar Jahren mit Leichtigkeit auf unsere Welt anwenden lassen könnten. Einige der Prämissen der Serie werden nun sogar zur Realität, was viele Fragen dahingehend aufwirft, was die Zukunft von Technologien für uns und unseren Planeten bereithält.

Nr. 1: Be Right Back (Bin gleich zurück)

In der Episode „Be Right Back“ lernt eine Frau einen Dienst kennen, der KI und maschinelles Lernen verwenden kann, um das Bewusstsein ihres verstorbenen Mannes durch Nutzung seiner Fotos und Social-Media-Posts nachzubilden. Zunächst unterhält sie sich mit seiner künstlichen Version online, danach am Telefon und schließlich, indem sie eine echte Roboter-Version von ihm bestellt.

Die Online-Chat- und telefonbasierten Versionen dieser Technologien existieren bereits. Mehrere Branchen, inklusive Online-Casino und E-Commerce, nutzen diese Technologie – mit KI-Chatbots, die in der Lage sind, auf einfache Anfragen zu antworten und mit der Beantwortung von Fragen Unterstützung zu bieten. Da im Bereich der KI bereits derart tolle Schritte unternommen wurden, könnte es sein, dass wir bald neu erstelltes Bewusstsein in robotischer Form hochladen können.

Nr. 2: Der Waldo-Moment

In dieser Episode verleiht ein Komiker Waldo, einem sich klug äußernden CGI-Comic-Bären, seine Stimme. Dieser bewirbt sich schließlich als laufender Gag um ein Amt. In einer überraschenden Wende hat Waldo plötzlich Erfolg mit seiner Bewerbung, während sein Stimmkünstler durch die Situation immer gestresster wird.

Heutzutage ist es durchaus üblich, menschliche Bewegungen und Verhaltensweisen in Form von Avataren abzubilden – wie in der Wii-Technologie von Nintendo oder in Spielen mit virtueller Realität. Mit dem weiteren Aufstieg der virtuellen Realität können wir auch mit wesentlich mehr dieser Vorkommnisse rechnen – insbesondere, da Facebook vor kurzem seinen Plan offengelegt hat, persönliche Avatare seiner User unter Nutzung von Oculus Rift zu erstellen.

Nr. 3: Nosedive (Sturzflug)

In „Nosedive“ hängt der Erfolg von Personen in ihren täglichen Interaktionen von einem System sozialer Bewertungen ab – ähnlich jener, die in Uber und Postmates verwendet werden. Jede Person hat eine Kontaktlinse, die es ihm erlaubt, die Bewertung des jeweils anderen zu sehen, was deren Echtzeit-Scores und die Art, in der andere mit ihnen interagieren, beeinflusst.

Das System könnte bald unter Verwendung von Microsofts Hololens nachgebildet werden. Obwohl sie noch immer unhandlicher als eine Kontaktlinse ist, könnte diese Technologie ähnliche Dienstleistungen bieten, die in China bereits in Form von Scores von sozialem Guthaben verwendet werden, die auf Basis von Kreditrückzahlungen, Strafzahlungen und anderen sozialen Faktoren von Personen schwanken. Dieses System erschwert es Gesetzesbrechern, auf viele Dienste zuzugreifen.

Nr. 4: Hated in the Nation

In dieser Episode werden massive Drohnen von autonomer KI gehackt und dazu aufgefordert, eine Einzelperson zu töten, die unter Verwendung von Twitter-Hashtags ausgewählt wurde. Diese Episode ist bereits in hohem Maße realistisch, da roboterhafte Geräte im Laufe der Jahre stetig auf die Größe von Kolibris geschrumpft sind.

Die autonome Drohnenforschung hat die Technologie zudem erfolgreich in Helikoptern nachgebildet, und Entwickler können nun auch Schwarm-Anordnungen in der Technologie nachbilden. Die NASA könnte bald sogar roboterhafte Bienen verwenden, um den Mars zu erkunden, wodurch diese Episode eine Prämisse hat, die sicherlich bald vollständig zur Realität werden wird.

Nr. 5: Arkangel

In dieser Black-Mirror-Episode baut eine überfürsorgliche Mutter einen Chip in das Gehirn ihrer Tochter ein, wodurch sie ihre Bewegungen nachverfolgen kann und alles sieht, was das Kind macht. Die Mutter überwacht ihre Tochter unter Verwendung einer App, die verstörende Bilder aus dem Sichtfeld des Mädchens verwischen kann.

Laut Wissenschaftlern ist diese Art von Technologie bereits auf dem Weg in die reale Welt. Fitness-Tracker, die biometrische Daten und Informationen zu den Bewegungen und der Gesundheit einer Person sammeln, befinden sich bereits in den Regalen, und Forscher in Berkeley haben bereits 2011 eine Möglichkeit entdeckt, das zu reproduzieren, was Menschen sehen, indem sie deren Gehirnaktivität messen. Sollte diese Technologie weiter entwickelt werden, könnte sie es Menschen in ein paar Jahren ermöglichen, das zu sehen, was andere sehen oder sich vorstellen.

Quellenlinks:

http://www.businessinsider.com/black-mirror-predictions-reality-2016-10?IR=T