Betreten des Restaurants für Kinder verboten

Restaurant ohne Kinder
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Für viele Familien ist ein gemeinsamer Besuch im Restaurant eine liebgewonnene Tradition. Sei es anlässlich des Geburtstags eines Familienmitglieds, eines Feiertags oder einfach nur so – der Aufenthalt in der Gaststätte bringt einige Stunden des Beisammenseins und der Harmonie. Und leckeres Essen gibt es obendrauf.

Wenn man sich das richtige Restaurant aussucht, muss man noch nicht einmal Roulette spielen, um sich anschließend die Rechnung leisten zu können. Ein anderes Kriterium gewinnt aber bei der Auswahl eine immer größere Bedeutung: der Fakt, ob überhaupt Kinder erlaubt sind. Denn so manches Restaurant öffnet seine Türen nur noch für Erwachsene.

Für und Wider

Kinder im Restaurant sind stets eine zweischneidige Sache. Wenn sie ruhig am Tisch sitzen und keinen Mucks von sich geben, stören sie niemanden. Schreien oder toben sie aber herum, gibt es schnell Ärger mit den Nachbartischen. Im schlimmsten Fall machen die Kleinen bei allzu wildem Spiel sogar Teile der Einrichtung kaputt. Um solche Situationen zu vermeiden und eine ruhige Atmosphäre für alle Gäste sicherzustellen, verwehren manche Restaurants Familien mit Kindern den Zutritt. So lässt das Restaurant „Omas Küche und Quartier“ in Binz auf Rügen nach 17 Uhr keine Personen unter 14 Jahren herein.

Ein Aufsteller vor dem Haus begründet diese Maßnahme damit, für „Ruhe, Erholung und entspanntes Genießen“ zu sorgen. In der öffentlichen Diskussion gibt es sowohl Fürsprecher als auch Gegner eines solchen Vorgehens. Vor allem Erwachsene ohne Kinder begrüßen es, dass sie dadurch beim Essen nicht von Kindern gestört werden. Sie sind der Meinung, dass der Nachwuchs auch zu Hause bei einem Babysitter bleiben kann, wenn die Eltern auswärts essen gehen. Alternativ gibt es ihrer Meinung nach genug Restaurants, die mit Spielecken oder sonstigen Beschäftigungen für die Kleinen ausgestattet sind.

Wer Kinder hat, kann diese Argumente nur zum Teil verstehen. Wenn nämlich der größte Kritikpunkt der sein soll, dass sich Kinder im Restaurant nicht benehmen können, fragen Eltern zu Recht: Wie soll der Nachwuchs denn das Verhalten in der Gaststätte lernen, wenn er keinen Zutritt bekommt? Auch wenn es die anderen Gäste stört, ist es ein essenzieller Teil der Entwicklung von Kindern, praktische Erfahrungen zu machen.

Hotels ziehen nach

Während sich der Aufenthalt im Restaurant auf wenige Stunden beschränkt, sind es im Hotel mehrere Tage oder gar Wochen. Nichtsdestotrotz entscheiden sich auch immer mehr Hotelbesitzer dafür, Kindern den Zutritt zu ihren Häusern zu verwehren. Interessenten an einem Urlaub in einem solchen Hotel sind nicht nur Paare ohne Kinder, sondern auch Eltern, die sich ein bisschen Zeit ohne Lärm und Herumtoben gönnen wollen.

Statt lauter Animation für Kinder genießen sie das Beisammensein mit dem Partner, ruhige Tage am Pool und entspannte Stunden im Wellness-Bereich. Hotels, die nur für Personen ab 16 Jahren buchbar sind, sind meist mit dem Label „Adults only“ versehen und damit bei einer Recherche gut zu finden. Vertreten sind sie nicht nur in Deutschland, sondern auch in zahlreichen anderen Ländern in Europa und weltweit.

Den Anfang hat die Karibik gemacht, wo seit Jahren nach Hotels für die ganze Familie und solchen nur für Erwachsene unterschieden wird. Dass die Gesellschaft in dieser Thematik gespalten ist, zeigt eine Umfrage von Holidaycheck. Nach dieser mögen rund 42 Prozent der befragten Personen das Konzept eines Adults-Only-Hotels, etwa 50 Prozent sind allerdings dagegen.