Aufgeräumt mit Mythen über Playboy-Bunnys

Der Tod von Hugh Hefner im vergangenen Jahr war für viele Glücksspielfans ein geschichtsträchtiges Ereignis, insbesondere für diejenigen, die das beliebte Playboy-Spielautomatenspiel von Microgaming lieben. Es ist eines der wenigen Casinospiele, das mit einer ikonischen Magazin- und Lifestylemarke in Verbindung steht, und seine sexy Stars feiern eine sexuelle Revolution, die in den Fünfzigern ihren Anfang nahm.

Aber es ist auch eine problematische Geschichte. So sehr man Hefner auch anrechnen kann, Frauen in einer Zeit, in der heuchlerische Standards der Jungfräulichkeit herrschten, positive sexuelle Rollen gegeben zu haben, kann man nicht behaupten, dass er einen aktiven Beitrag zum Abbau des Patriarchats geliefert habe oder gar das konservative Klischee widerlegt, dass die Frau entweder ein braves oder ein leichtes Mädchen sein kann und es nichts dazwischen gibt.

Schließlich war Hefners erstes „Playmate“ 1953 der Hollywood-Star, dessen Nacktfotos der Erfolg des Magazins zu verdanken ist – Marilyn Monroe, die schon Jahre bevor sie berühmt wurde nackt für Kalenderfotos posiert hatte, als sie dringend Geld brauchte. Dass Hugh von Monroes Unbesonnenheit in Teenager-Jahren profitierte, aber sie niemals auch nur ansatzweise an den daraus entstandenen Gewinnen teilhaben ließ, erweckt nicht gerade den Eindruck des feministischen Gentleman, als den sein Magazin ihn gerne darstellte.

Das wohl langlebigste Symbol des Playboy-Königreichs jedoch sind vermutlich die Playboy-Bunnys, die durch die internationale Kette der Playboy-Clubs, in denen sie in den 1960er-Jahren als Kellnerinnen arbeiteten, berühmt wurden. Die Bunnys waren nach außen hin das sexy, verspielte Gesicht des Unternehmens, bekamen jedoch gleichermaßen deutlich seine Schattenseiten zu spüren, indem sie unter schweren Bedingungen arbeiten mussten, die nicht ganz im Einklang mit dem glamourösen, sorglosen Bild standen, für dessen Darstellung sie bezahlt wurden.

Um also absolute Klarheit darüber zu schaffen, was Wahrheit und was Fiktion ist, sind hier ein paar Dinge, die Sie über Playboy-Bunnys wissen sollten:

Playboy-Ränge

Lassen Sie uns zunächst eine Reihe von Begriffen durchgehen, denn viele Leute haben noch immer Probleme bei der Unterscheidung der Rollen von drei verschiedenen Arten von Playboy-Frauen. Playboy-Bunnys sind nicht das selbe wie Playboy-Playmates, auch wenn es durchaus vorkommt, dass eine Frau von der einen Rolle zur anderen wechselt.

Playmates waren die Glamour-Models, die in der Zeitschrift gezeigt wurden, üblicherweise  mit einem Nacktfoto als Faltbild, wobei der Grad der Nacktheit im Magazin um die Jahrhundertwende schwankte. Die umwerfenden Frauen, die dem Playboy-Spielautomaten seinen Charme verleihen, sind alles ehemalige Playmates. Playboy-Bunnys hingegen waren Kellnerinnen, die in Playboy-Clubs arbeiteten und das berühmte einteilige Kostüm mit Hasenohren und -schwanz trugen.

Hugh Hefners „Freundinnen“, die aus beiden Gruppen stammen konnten, aber in den meisten Fällen ehemalige Playmates waren, waren die Frauen, denen es Hugh Hefner erlaubte, in der Playboy-Villa zu leben und ihre Vorzüge zu genießen. Als Gegenleistung feierten sie mit ihm jede Woche „private Partys“ entsprechend eines festen Plans.

In seinen letzten Jahren war dies nur noch mit der Hilfe von Viagra möglich, wie seine ehemalige Freundin Holly Madison neben vielem anderem in ihren Memoiren „Down the Rabbit Hole“ enthüllt. Ihre Erzählungen von gelangweilten jungen Frauen, die sich als Teil der Routinearbeiten zum Bezahlen der Miete parodiehaft als Lesben geben und sich dabei über den perversen alternden Weiberhelden, den das Viagra langsam taub macht, lustig machen, nehmen seinem Ruf einiges an Glanz weg.

Eine schmerzvolle Arbeit

So sexy und glamourös das Bunny-Kostüm auch wirken mochte, für seine Trägerinnen war es eine reine Qual. Wie die feministische Schriftstellerin Gloria Steinem 1963 berichtete, nachdem sie undercover in einem Playboy-Club gearbeitet hatte, wo sie stundenlang Drinks und Roastbeef – das einzige Essen auf der Speisekarte – auf 8 cm hohen Absätzen servierte, waren ihre schmerzenden Füße danach geschwollen und verformt.

Die Korsetts der Kostüme fielen mit Absicht zwei Nummern kleiner aus, sodass die Kellnerinnen noch nicht einmal husten oder niesen konnten, ohne dass dabei ein Reißverschluss kaputt ging. Lediglich die BH-Körbchen hatten standardmäßig Größe D, was bedeutete, dass fast jedes Bunny in den Playboy-Clubs gezwungen war, sie auszustopfen, um den gewünschten Effekt zu erzielen – mit allem von Slipeinlagen bis hin zu Bargeld.

Nach Stunden in diesen engen Korsetts wurden die Beine der Playboy-Bunnys taub und wenn sie die Kostüme endlich von ihrer Haut abziehen konnten, sah es darunter aus wie rohes Fleisch.

Leben mit einer seltsamen Doppelmoral

Die Atmosphäre in den Playboy-Clubs sollte harmlosen Spaß für anspruchsvolle Gentlemen versprechen. Viel öfter hatten es die Bunnys jedoch mit betrunkenen Lustmolchen zu tun, die versuchten, sie zu begrabschen, während sie roboterhaft ihr Mantra wiederholten: „Sir, Sie dürfen die Bunnys nicht anfassen.“

Und auch wenn sie als Kellnerinnen und Gastgeberinnen bezeichnet wurden und jeder Versuch, sie wie Prostituierte zu behandeln, ebenso wie das Anfassen der Bunnys sofort zu besonderer Aufmerksamkeit durch die Security der Clubs führte, wussten die Bunnys, dass von ihnen erwartet wurde, mit den obersten Schlüsselhaltern der Clubs „auszugehen“.

Wenn Sie also das nächste mal vom glamourösen Lifestyle der Playboy-Bunnys lesen, denken Sie daran, dass jeder Job seine Schattenseiten hat.

Linkquellen:

https://www.hollywoodreporter.com/news/hugh-hefner-10-truths-playboy-238659

https://www.cosmopolitan.com/entertainment/celebs/news/a42872/holly-madison-reveals-even-more-secrets-of-the-playboy-mansion/

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